Capsule Wardrobe

Capsule Wardrobe – mein Weg zum minimalistischen Kleiderschrank

Jeden Morgen stehe ich vor meinem prall gefüllten Kleiderschrank und weiß nicht was ich anziehen soll (abgesehen davon, dass mir zurzeit eh nicht viel passt). Soll ich lieber grau, schwarz oder doch geblümt tragen? Rock oder Hose? Bluse oder Pulli? Blau, Rosa, Gelb, Grün…? Passt der Rock überhaupt zu mir? Ist der Schnitt des Kleides der richtige für mich? Steht mir die Farbe überhaupt? All diese Fragen stelle ich mir in Sekunden schnelle und greife letztendlich zum altbewährten Outfit zurück. Und alles andere wird zur Schrankleiche. Hier ein kleiner Einblick in meinen Schrank (nicht gezeigt meine Komoden, den Bettkasten mit Sommerkleidung, Schuhen und Jacken welche nicht mehr in den Schrank passen).

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Nun im Zusammenhang mit meiner Schwangerschaft und dem Nestbautrieb, beschäftige ich mich gerade mit dem Minimalismus unserer Wohnung. Denn unser Büro/Hobbyzimmer/Rumpelkammer muss nun für ein Babyzimmer weichen. Somit fällt viel Kram ab, der irgendwie woanders untergebracht werden muss. So auch mein Nähtisch mit den vielen vielen Stoffen.

Bei einer Entrümpelungspause entdeckte ich auf dem Blog Ju-Made von Julia ein interessantes Thema: Capsule Wardrobe. Daraufhin verschlang ich ihre Artikel dazu und beschäftigte mich ausführlicher mit diesem Thema.

Was ist Capsule Wardrobe?

Einfach übersetzt: minimalistischer Kleiderschrank. Das Prinzip dieser Idee ist es Kleidungsstücke zu besitzen, die untereinander kombinierbar sind und die Garderobe letztendlich aus 37 Teilen (inkl. Schuhe und Jacken, exkl. Unterwäsche und Kleidung für besondere Anlässe) besteht. Wobei die Zahl 37 variiert und auf keinen Fall in Stein gemeißelt ist. Die Garderobe wird nach den Jahreszeiten aufgeteilt. So ändert sich alle drei Monate die Auswahl der getragenen Kleidung (pro Saison also 37 Teile).

Während der Saison wird empfohlen nicht zu shoppen, damit das unkontrollierte Kleidungkaufen verhindert wird. Hier ein Beispiel eines Fehlkaufs (den Rock finde ich toll, aber er steht mir einfach nicht und liegt schon lange nur im Schrank):

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Bevor die Saison wechselt wird der Kleiderschrank sortiert und eventuell verschlissene Kleidung dann neu erworben. Der Vorteil dieses Einkaufens ist das bewusste Kaufen und die damit verbundene Überlegung zum Kaufen. Ich habe mir vorgenommen das Meiste nicht zu shoppen, sondern zu nähen. Es gibt so wunderschönen Stoff und tolle Schnitte, außerdem ist das Nähen mein liebstes Hobby. Doch glaube ich wird es mir schwer fallen bewusst (fast) nichts zu kaufen, denn ich shoppe wirklich gern. Sogar leidenschaftlich gern.

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Eine Capsule Wardrobe spart also nicht nur Geld, sondern auch Zeit, da nur wenige Kleidungsstücke zur Verfügung stehen, die jedoch aufeinander abgestimmt sind. Gleichzeitig wird die Kreativität gefördert und es entsteht der ganz persönliche Stil, welchen ich nämlich noch nicht wirklich gefunden habe. Oft bin ich mir unsicher ob ein bestimmtes Kleidungsstück oder eine bestimmte Farbe zu mir passt. So häufen sich viele Farben und Muster in meinem Kleiderschrank, welche ich nie getragen habe oder tragen werde. Auf den Bildern von oben sehe ich zB auf den ersten Blick welche Farbe aussortiert werden muss: Gelb. Außerdem finde ich bei einem Blick auf meine gesamte Kleidung sticht die Farbe Blau sehr hervor. Ich besitze von 8 Jeanshosen nur eine Schwarze alle anderen sind in den verschiedensten Blautönen. Daraus ergibt sich ein weiteres Merkmal des Prinzips Capsule Wardrobe: Das Farbschema. Emphoheln werden 2-3 Hauptfarben und einige Akzentfarben.

Die Hauptfarben sollten neutral sein, wie Schwarz, Blau, Grau, Braun oder Beige. In diesen Farben sollten all die Kleidungsstücke sein, die zu allem anderen passen und leicht zu kombinieren sind (die Basics). Die Akzentfarben sind Töne, welche für Oberteile, Kleider und Accessoires wie Tücher bestimmt sind (z.B saisonale Farben). Dabei muss wieder darauf geachtet werden, dass die Töne harmonieren und mit einander kombinierbar sind.

Wie fange ich jetzt am besten an?

Dazu gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Ich finde zwei ganz gut, eine nicht so aufwendige und eine etwas zeitaufwendigere Methode. Die schnelle Variante habe ich bei Ricarda von Pech und Schwefel gelesen. Sie hat an der Kleiderstange ein Geschenkband befestigt und somit in zwei Abschnitte unterteilt. Der eine Abschnitt gilt für ungetragene Kleidung, der andere für die getragenen Stücke. Alles was nach einer bestimmten Zeit immer noch auf der ungetragenen Seite hängt, wird aussortiert. Ich bevorzuge die knallharte und weniger zeitaufwändige Variante. Dazu stelle mir drei Kartons vor meinen Kleiderschrank und beschrifte sie mit „behalten“, „Vielleicht“ und „kann weg“. Alles was in dem Karton „vielleicht“ fällt, bleibt erst einmal. Dennoch wird sich im Laufe der Zeit zeigen, welche Kleidungsstücke wirklich wieder in meinem Kleiderschrank einziehen werden.

So, nun werde ich meine Garderobe ordentlich stauchen. Was dabei herauskam und wie es mir erging, erzähle ich euch in einem kommenden Post. Ich bin riesig gespannt, wie mein Kleiderschrank dann aussieht und welche Stücke ich rigoros entsorge. Außerdem freue ich mich schon darauf, neue Teile für den Frühling zu nähen. Eben weil ich meinen Stoffberg reduzieren muss und geeignete Kleidung für meinen dicken Bauch brauche.

Kennt ihr eigentlich Capsule Wardrobe und habt noch ein paar Tipps für mich??

jacki

3 thoughts on “Capsule Wardrobe – mein Weg zum minimalistischen Kleiderschrank

  1. Liebe Jacki,
    toll, dass ich dich inspirieren konnte! Danke fürs Verlinken!
    Bei Elke von EllePuls haben sich auch zwei Bloggerinnen verlinkt, die für die Schwangerschaft eine Capsule Wardrobe zusammenstellen. Vielleicht findest du da noch Ideen?
    Ich habe inzwischen großen Spaß an meinem Weg zur Capsule Wardrobe und bin sehr gespannt wie es dir geht!
    Liebe Grüße Julia

    1. Danke für den Tipp, da schaue ich gleich mal nach. Ich bin auch sehr gespannt, wie sich deine Garderobe so entwickelt.
      Liebste Grüße

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